Das britische Unternehmen Viritech hat angekündigt, dass es in Form eines wasserstoffbetriebenen Hyperautos mit Hochdruck-H2-Speicherung namens Apricale etwas ganz Besonderes herstellen möchte.  

Die Firma plant, Wasserstoffantriebe zu seinem Kerngeschäft in einer Reihe von Branchen zu machen, darunter Luft- und Raumfahrt, Schifffahrt, Energie, Straßen- und Schienengüterverkehr. Das Apricale ist eines von drei Prunkstücken, die in kleinen Stückzahlen gebaut werden sollen. Und genau damit macht das Unternehmen bestimmt auf sich aufmerksam.

Schaut her, ich bin ein Wasserstoffauto!

Es sieht auf jeden Fall so aus, als würde es einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen − obwohl dies wohlgemerkt als eines der „konservativeren emissionsfreien“ Hyperauto-Designs gelten müsste, die wir gesehen haben. In keiner Weise schreit es „HEY EVERYONE, ICH BIN EIN WASSERSTOFFAUTO“, und das ist eine erfrischende Abwechslung. Aber anonym bleiben wird man kaum, selbst wenn man den Wagen vor einem Hotel in Monte Carlo parkt.

Obwohl nicht viel über den Antriebsstrang des Apricale veröffentlicht wurde, schlägt Autocar eine Spitzenleistung von rund 1.100 PS vor, vermutlich aus einer großen Brennstoffzelle, einer Pufferbatterie und einem elektrischen AWD-Antriebsstrang.

Die „geheime Zutat“ von Viritech, die im Apricale nachgewiesen werden soll, sind die strukturellen Druckbehälter. Im Wesentlichen sagt das Unternehmen, dass es einen superleichten Graphen-Verbund-Monocoque-Rahmen für das Auto baut, der Wasserstoffspeicher enthält, wie viele batterieelektrische Fahrzeuge jetzt ihre Batteriepacks enthalten. Die Vorteile: eine übersichtliche Verpackung ohne große Zylinder und eine erhebliche Gewichtsreduzierung im Vergleich zu Fahrzeugen mit angeschraubten Wasserstoffflaschen. 

Auf die Reichweite kommt’s an

Die Reichweite des Autos ist noch nicht bekannt, aber es ist zu erwarten, dass sie im Vergleich zur Batterieelektrik riesig sein wird. Ein anderes Wasserstoff-Hyperfahrzeug, der auffällige Hyperion XP-1, verspricht beispielsweise eine Reichweite von mehr als 1.600 km.

Derzeit gibt es in ganz Großbritannien nur 14 Wasserstofftankstellen, d. h. dass so ein Fahrzeug auf alle Fälle in der Lage sein muss, große Entfernungen zurückzulegen. Denn schließlich  können Sie es zu Hause nicht wie ein Batterieauto aufladen.

Viritech sagt, dass es den Apricale in den nächsten 18 Monaten entwickeln wird, mit einer limitierten Auflage von 25 Autos ab Anfang 2023. Das Unternehmen arbeitet auch an „Referenzdesigns“ für einen SUV im Familienstil namens Tellurio sowie für einen Schwerlastwagen namens Jovian. Langstrecken-LKWs sind wahrscheinlich ein besserer Markt für das Unternehmen, da Batterien nicht in der Lage sind, genügend Energie für Super-Langstrecken-LKWs bereitzustellen. 

Speichertechnologie der Zukunft?

Viritech arbeitet außerdem an Referenzdesigns für Wasserstofftankstellen, tragbare, modulare Wasserstofferzeuger und sogar einen emissionsfreien Hubschrauber mit Wasserstoffantrieb.

In jedem Fall ist der Apricale ein spacig aussehendes Stück „Unobtanium“ für die Ultra-Reichen, aber die dahinterstehende strukturelle Speichertechnologie hat die Chance, in den kommenden Jahren einen echten Einfluss zu erzielen. Und genau das gilt es zu beobachten.

 Foto: (c) Viritech

newatlas.com / viritech.co.uk

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